Open Access an der EH Freiburg
Open Access bedeutet, dass wissenschaftliche Veröffentlichungen im Internet frei zugänglich sind, ohne dass dabei finanzielle, technische oder rechtliche Barrieren bestehen.
2025 unterzeichnete die EH Freiburg die „Berliner Erklärung“, um den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen zu unterstützen. Die Hochschule empfiehlt ihren Forschenden, ihre Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Arbeiten im Open Access zu publizieren. Zu diesem Zweck hat sich die Hochschule eine „Leitlinie zum Umgang mit Open Access“ (s. Downloads) gegeben und einen Open-Access-Publikationsfonds eingerichtet.
Die Hochschulbibliothek der EH Freiburg führt die Koordination der Open-Access-Aktivitäten durch. Alle Lehrenden, Forschenden und Studierenden der Hochschule können von der Hochschulbibliothek praktische Unterstützung beim Publizieren im Open Access erhalten.
Sie planen eine kostenpflichtige Open-Access-Publikation und möchten wissen, ob eine Bezuschussung durch die EH Freiburg möglich ist? Dann melden Sie sich vor der Artikeleinreichung bei der Bibliotheksleitung, damit wir dies für Sie prüfen können und sehen Sie sich vorab den Workflow (s. Downloads) und die Förderbedingungen (s. Downloads) an.
Vorteile und Wege von Open Access
Was spricht für Open Access?
Der Zugang zu wissenschaftlichen Informationen ist freier und schneller, unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Hochschule. Auf diese Weise ist es möglich, auch Personen aus der Praxis einzubeziehen (Third Mission). Durch die Öffnung von Wissenschaft findet Transfer statt.
Dadurch wird auch eine erhöhte Sichtbarkeit und Häufigkeit von Zitaten innerhalb von Publikationen ermöglicht. Autor*innen erreichen im Open Access ein breiteres und diverseres Publikum.
Es sprechen viele weitere Gründe für Open Access
Online-Video: Open Access in 60 Sekunden, von Helene Brinken, Jonas Hauss, Jessika Rücknagel, Technische Informationsbibliothek (TIB), 2021 (https://doi.org/10.5446/50831) CC BY 3.0 DE (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/).

Nachgestellt von Lara Kunze nach: „10 Gründe für Open Access“ (https://doi.org/10.5281/zenodo.4643859) von Helene Brinken. CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode).
Wege des Open Access
Dabei können drei Wege des Open Access grundsätzlich unterschieden werden:
- Goldener Weg:
Wissenschaftliche Zeitschriftenaufsätze werden direkt Open Access im Internet zugänglich gemacht, was bedeutet, dass sie von jeder Person gelesen werden können. Einige Zeitschriften berechnen Publikationsgebühren, die Autor*innen oder ihre Institutionen tragen müssen. - Grüner Weg:
Nach der Erstauflage im Closed Access, d. h. hinter einer Zahlungsschranke, kann ein Artikel, sofern es rechtlich möglich ist, nach zwölf Monaten im Open Access (z. B. im Repositorium) zweitveröffentlicht. Dadurch wird er der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. - Hybrider Weg:
Der Artikel erscheint in einer Subskriptionszeitschrift (Closed Access), wird aber gegen Bezahlung von Publikationsgebühren (APC) Open Access veröffentlicht.

Nachgestellt von Lara Kunze nach: „Wege des Open Access“ (https://open-access.network/informieren/open-access-grundlagen/open-access-gruen-und-gold). Von open-access.network. CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode).
Wenn Sie z.B. bei der Erstveröffentlichung ausschließliche Verwertungsrechte an einen Verlag übertragen haben, können sich im Kontext von Zweitveröffentlichungen einige rechtliche Fragen ergeben. Eine sehr gute Übersicht zum Thema finden Sie auf der Seite von Berlin Universities Publishing.
Unter welchen Bedingungen können Sie Ihre Publikation zweitveröffentlichen?
Diese Frage kann nur für jeden einzelnen Fall einzeln beantwortet werden. Die Sherpa Romeo-Website, auf der die Open-Access-Richtlinien vieler verschiedener Verlagshäuser aufgeführt sind, bietet einen ersten Überblick. Die Leitung der Hochschulbibliothek berät Sie hierzu gerne.
Vertiefte Informationen
Finanzierung von OA-Publikationen, Anfragen auf Bezuschussung, Zweitveröffentlichung
Zur Finanzierung von OA-Publikationen
Die Veröffentlichung auf KiDokS sowie auf disziplinären oder fachunabhängigen Repositorien ist in der Regel kostenlos. Zeitschriftenaufsätze (APCs) beziehungsweise Monografien (BPCs) können bei Veröffentlichungen im goldenen Open Access kostenpflichtig werden.
Im Allgemeinen existieren drei Optionen zur Finanzierung oder Bezuschussung einer Publikation in einer Fachzeitschrift:
- Zuschuss zu den Publikationskosten (APCs) über den Publikationsfonds der EH Freiburg (Gold OA)
- Finanzierung über Forschungsförderende
- Finanzierung der Publikationskosten in bestimmten E-Journals über sog. Transformationsverträge (z.B. DEAL-Vertrag) (Hybrid Open Access)
Im Auftrag der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen wird die landesweite Initiative DEAL durchgeführt. Das Ziel besteht darin, die Einführung von Open Access im wissenschaftlichen Publikationssystem zu fördern. Dies führte zu Verhandlungen über sogenannte Transformationsverträge mit bekannten Verlagen wie Springer. Die EH Freiburg hat sich dem DEAL-Vertrag mit Springer angeschlossen, wodurch die Mitglieder der EH Freiburg von den Sonderkonditionen profitieren. Weitere Transformationsverträge gibt es an der EH Freiburg mit Hogrefe, SAGE und Taylor & Francis. Infolgedessen erhält die EH Freiburg sowohl Sonderkonditionen für das Open-Access-Publizieren in bestimmten Zeitschriften als auch für den lesenden Zugang dazu.
Anfragen auf Bezuschussung
Sie planen eine kostenpflichtige Open-Access-Publikation und möchten wissen, ob eine Rabattierung durch Transformationsverträge oder einen Zuschuss der EH Freiburg möglich ist?
Melden Sie sich vor der Artikeleinreichung bei Herrn Julien Collonges (bib-leitung@eh-freiburg.de), damit dies geprüft werden kann. Den Workflow zur Beantragung der Bezuschussung von Publikationsgebühren finden Sie unter Downloads.
Lesen Sie vorab unsere Förderbedingungen! (s. Downloads)
Zweitveröffentlichung
Die Bereitstellung von Forschungsbeiträgen als Erstveröffentlichung ohne Zugriffsbeschränkungen und Barrierefreiheit ist nicht das einzige Ziel von Open Access. Gemäß dem Urheberrechtsgesetz dürfen Forschungsergebnisse, die schon in Closed Access veröffentlicht wurden, nachträglich, als Open-Access-Publikation veröffentlicht werden.
Um den Zugriff auf die Forschungsergebnisse für alle zu ermöglichen, werden auf dem sogenannten grünen Weg ursprünglich auf institutionellen Repositorien wie KiDokS, dem Hochschulschriftenserver der EH Freiburg, Forschungsbeiträge zweitveröffentlicht. Auf diese Weise ist es möglich, die Zitationsraten zu erhöhen und die Wissenschaft weiter zu öffnen – etwa um einen Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis zu ermöglichen.
Sofern mit dem Verlag ein Veröffentlichungsvertrag geschlossen und ausschließliche Nutzungsrechte übertragen wurden, ist die individuelle Rechteklärung für die Zweitveröffentlichung von grundlegender Bedeutung. Nach der Reform des Urheberrechtsgesetzes gilt ein neuer Rechtsstand für Beiträge von Zeitschriften und periodisch erscheinende Sammlungen, die nach 2014 veröffentlicht wurden. Nach §38 UrhG gilt die Zweitveröffentlichung als unverzichtbares Recht der Autor*in vor, sofern diese im Publikationsvertrag nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist. Und für Publikationen in Bezug auf Forschungen, die mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln finanziert wurden, ist die Open-Access-Zweitveröffentlichung nach 12 Monaten immer möglich.
EH-Angehörige, die ihre Publikationen im EH-Repositorium KiDokS Open Access zweitveröffentlichen möchten, können sich an die Bibliotheksleitung wenden (bib-leitung@eh-freiburg.de)
KiDokS: Das OA-Repositorium der EH Freiburg
KiDokS: Das OA-Repositorium der EH Freiburg
Die Mitglieder der Hochschulbibliotheken der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Theologischer Bibliotheken (AKThB) und des Verbands kirchlich-wissenschaftlicher Bibliotheken (VkwB) haben Zugang zum Kirchlichen DokumentenServer KiDokS, einem Open-Access-Repositorium. Auf KiDokS haben Studierende und Lehrende sowie Mitglieder und Angehörige der EH Freiburg die Möglichkeit, wissenschaftliche Publikationen als Volltext online kostenlos zu veröffentlichen.
KiDokS kann für die folgenden Dokumente als Veröffentlichungsort verwendet werden:
- Zweitveröffentlichung von wissenschaftlichen Veröffentlichungen
- Aufsätze, Arbeitsdokumente, Forschungsberichte, Plakate usw.
- Exzellente Qualifikationsleistungen von Studierenden
Auf KiDokS können Qualifikationsarbeiten von Studierenden veröffentlicht werden, wenn sie mindestens eine Note von 1,3 erhalten haben. Hierfür muss die Hochschulbibliothek auf dem Veröffentlichungsvertrag die Empfehlung der betreuenden Person in Form einer Unterschrift vorliegen haben.
Sofern möglich, erhalten alle Publikationen eine dauerhafte, stabile und zitierfähige URL, einen Uniform Resource Name (URN) und einen Digital Object Identifier (DOI). Die Deutsche Nationalbibliothek erfasst und archiviert die Veröffentlichungen auf KiDokS. Die Publikationen werden automatisch von unterschiedlichen Suchmaschinen und Nachweisdiensten indiziert (z.B. von der Bielefeld Academic Search Engine (BASE) und Google Scholar).
Die Publizierenden entscheiden selbst, unter welcher OA-Lizenz sie ihre Publikation veröffentlichen (wir empfehlen eine CC-BY-Lizenz). Wenn ein Dokument auf KiDokS veröffentlicht wird, tritt der*die Autor*in ein nicht-ausschließliches Verwertungsrecht an die EH Freiburg ab. Das bedeutet, dass der*die Autor*in das Dokument zusätzlich an anderen Stellen veröffentlichen kann.
Autor*innen muss berücksichtigen, dass die Rechte zur Zweitverwertung bei Zweitveröffentlichungen vorliegen, vor allem dann, wenn ein Artikel bereits in einer Zeitschrift veröffentlicht wurde. Die Website Sherpa Romeo, auf der die Open-Access-Richtlinienzahlreicher Verlage aufgeführt sind, bietet einen ersten Hinweis. Sie können sich gerne an die Hochschulbibliothek (bib-leitung@eh-freiburg.de) wenden, wenn Sie Fragen zu Verwertungsrechten haben.
Weitere OA-Repositorien
Repositorien sind Server für Open-Access-Dokumente, die von Forschungsinstitutionen publiziert und genutzt werden. Neben institutionellen Repositorien, welche an der eignen Einrichtung betrieben werden (z.B. KiDokS für die EH Freiburg) gibt es disziplinäre Repositorien (z.B. SSOAR, PsychArchives) und Fachunabhängige Repositorien (z.B. Zenodo).
Die nachstehende Repositorienauswahl spiegelt die Forschungsbereiche der EH Freiburg wider, ist aber keineswegs abschließend:
- peDocs, dem Repositorium für erziehungs- und bildungswissenschaftliche Fachliteratur
- GenderOpen ist ein Repositorium und ein Publikationsportal für Geschlechterforschung
- SSOAR, Social Science Open Access Repository für sozialwissenschaftliche Dokumente
- SSRN, Social Science Research Network (SSRN) für Sozial-, Human-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften
- SocArXiv für Sozialwissenschaften
- SocioHub, der Fachinformationsdienst für Soziologie
- IxTheo für Theologie und Religionswissenschaft
- PsychArchives, ein fachspezifisches Repositorium für Psychologie und verwandte Wissenschaften
- Zenodo als themenoffenes Repositorium
Forschende der EH Freiburg sind gerne dazu eingeladen, Ihre urheberrechtsfreien Publikationen auch in diesen Repositorien Open Access zu publizieren.
Weitere Informationen zu den relevanten Repositorien gibt es hier: open-access.network , differenziert nach Fachdisziplinen.
Creative-Commons-Lizenzen & ORCID
Ein verbesserter Zugang zu wissenschaftlichen Informationen wird durch Open Access gewährleistet. Aber Open Access bedeutet mehr als nur einen Lesezugang. Darüber hinaus zielt Open Access darauf ab, wissenschaftliche Erkenntnisse besser nachnutzbar zu machen, um die Vernetzung zu stärken und die Forschung zu beschleunigen. Auch für die Lehre ist es von Bedeutung, dass wissenschaftliche Erkenntnisse nachnutzbar sind.
Mit Creative-Commons-Lizenzen können Autor*innen selbst festlegen und deutlich angeben, wie ihre Publikation von anderen verwendet werden darf.
Die EH Freiburg schlägt vor, dass Autor*innen die offene CC-BY-Lizenz nutzen. Sofern bei jeder Verwendung der*die Urheber*in, die ursprüngliche Quelle und die Lizenz genannt werden, erlaubt diese Lizenz die freie Weiterverwendung der Inhalte. Eine offene Lizenz erlaubt es, Forschungsergebnisse schneller und allgemeiner zu verbreiten, was es anderen Wissenschaftlerinnen ermöglicht, diese schneller zu nutzen und auf Erkenntnissen aufzubauen.
Eine Open Researcher and Contributor ID (ORCID) stellt für Wissenschaftler*innen einen weltweit anerkannten, eindeutigen und dauerhaften Ausweis dar. Bei allen Veröffentlichungen sollte die ORCID angegeben werden.
Gründe für den Einsatz einer ORCID
- Autor*innen können klar identifiziert werden – vor allem bei Namensgleichheit mit anderen Forschenden ist dies besonders wichtig.
- Wissenschaftliche Publikationen werden eindeutig einer Person zugeordnet .
- Trotz einer Namensänderung oder eines Arbeitgeberwechsels bleibt die ORCID dauerhaft gleich.
- Autor*innen haben die Möglichkeit, einen kurzen Lebenslauf zu verfassen und sich dadurch eine digitale wissenschaftliche Visitenkarte zu machen
Eine ORCID ist kostenfrei und kann einfach auf der ORCID-Website erstellt werden. Veröffentlichungen können automatisch in das ORCID-Profil über den Digital Object Identifier (DOI) oder aus anderen Datenbanken eingetragen werden.