In Freiburg gibt es Bedarf an einem Queeren Jugendzentrum
Jugendliche brauchen einen eigenen Safe Space, in dem sie keine Diskriminierung erleben.

Eine Studie hat ergeben, dass es in Freiburg Bedarf an einem Queeren Jugendzentrum gibt: Das ist das eindeutige Ergebnis einer Analyse, durchgeführt für das Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Freiburg unter Leitung von Prof.in Dr.in Nina Wehner von der Evangelischen Hochschule. Am 10. März 2025 wurden die Ergebnisse der Untersuchung im Kinder- und Jugendhilfeausschuss der Stadt Freiburg vorgestellt. Das Herzstück der Bedarfsanalyse ist eine quantitative Online-Befragung queerer Jugendlicher in Freiburg und Umland. Zusätzlich wurden vertiefende Gruppendiskussionen mit queeren Jugendlichen sowie mit Fachkräften der queeren Jugendarbeit und mit Eltern geführt. "Die Beteiligung an der Befragung war sehr gut", erklärt Nina Wehner: "Über 800 ausgefüllte Fragebögen konnten ausgewertet werden". Danach sind 90 Prozent der Befragten der Auffassung, dass in Freiburg ein Queeres Jugendzentrum gebraucht wird. Als wesentlicher Grund wurde genannt, dass sich die Jugendlichen einen eigenen "Safe Space" wünschen, in dem sie "einfach sie selbst" sein können, ohne Diskriminierung fürchten zu müssen. Viele der Befragten gaben an, dass sie in ihrem Alltag in Schule und Elternhaus diskriminierende Behandlungen bis hin zu Gewalt erleben. Den Jugendlichen geht es darüber hinaus darum, Zugang zu Beratung zu Themen wie Coming-out und Transition, zu Informationen und zur Weitervermittlung in Krisensituationen in queer-spezifische medizinische und psychologische Unterstützungseinrichtungen bekommen zu können. Zum Forschungsteam gehörten, neben Nina Wehner, auch Dr. des. Annika Spahn und die Studierenden Bente Schulte Westenberg, Leo Dejaeger und Judith Brodbeck. Die Laufzeit der Studie war von Februar 2024 bis Oktober 2024. Der Gemeinderat und die Verwaltung der Stadt Freiburg beraten nun über das weitere Vorgehen.
Mehr Information
Abschlussbericht
Abschlussbericht
-
Prof.in Dr.in Nina Wehner
Soziologie · Fachbereich I Soziale Arbeit
Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind: Gewalt im Geschlechterverhältnis und die Vielfalt der Geschlechter als Herausforderung für die Praxis der Sozialen Arbeit. In der Lehre sind Schwerpunkte: Familiensoziologie, Geschlechterforschung und qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung, Geschlechtertheorien und allgemeine soziologische Theorien.
Prof.in Dr.in Nina Wehner
Soziologie · Fachbereich I Soziale Arbeit
-
Annika Spahn
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im IAF, Forschungsprojekt Gewinnung und Bindung professoralen Personals in Studiengängen mit sozialer Ausrichtung (SocialPROFit); Vertretungsprofessur von Nina Wehner
Annika Spahn
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im IAF, Forschungsprojekt Gewinnung und Bindung professoralen Personals in Studiengängen mit sozialer Ausrichtung (SocialPROFit); Vertretungsprofessur von Nina Wehner